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Ein Blick zurück zu den Anfängen der Begegnungszone…

Als der Verkehrsingenieur Hans Monderman 1978 zum Leiter der Verkehrssicherheit der niederländischen Provinz Friesland berufen wurde, suchte er vor dem Hintergrund von Bürgerprotesten der stetig steigenden Zahl von Verkehrstoten vor allem bei Kindern nach neuen Lösungen, um die Unfallzahlen zu reduzieren.

NL: Bürgerproteste gegen hohe Unfallzahlen

Da er von den gängigen Lösungen der Verkehrsberuhigung wie Bodenwellen oder Straßeneinengungen nicht überzeugt war bzw. diese nur eine Geschwindigkeitsreduktion von rund 10 % erreichten, experimentierte er im Dorf Oudehaske mit bis dato unkonventionellen Maßnahmen: er ließ Fahrbahnmarkierungen, Bordsteinkanten, Verkehrszeichen und Bodenwellen rückbauen, um ein rücksichtsvolles Miteinander anstatt einer strikte Separierung der Verkehrsarten mit klassischen Vorrechten des Autoverkehr in der Fahrbahn und Aufteilung des öffentlichen Raums in Streifen für jede Verkehrsart zu schaffen. Er erreichte damit eine Geschwindigkeitsreduktion von 40 %. Damit einhergehend verringerten sich auch die Anzahl und Schwere der Unfälle. Das Ziel, den Geschwindigkeitsunterschied zwischen motorisierten Kraftfahrzeugen und FußgängerInnen wieder zu verringern, war erreicht.

Über ein EU-Projekt gelangten seine Ideen zuerst nach Großbritannien und Skandinavien und wurden dann von französischen Verkehrsingenieuren und schließlich dem Berner Verkehrsingenieur Fritz Kobi zur Blüte gebracht.

Die ersten Shared Space Projekte verwirklichte Hans Mondermann in friesländischen Kleinstädten wie Makkinga, Oudehaske oder Haren. Hans Modermann starb überraschend 2008 doch seine Ideen leben weiter. In seiner Geburtsstadt Leeuwarden wurde erst kürzlich ein Shared Space eröffnet.

NL: Neue Begegnungszone in Leeuwarden